Kurz gesagt: Für ein Buch mit der Lebensgeschichte gibt es fünf Wege. Fragen-Dienste wie Meminto (einmalig 99–397 €, auf Deutsch) oder StoryWorth (69–199 $, nur englische Oberfläche) schicken ein Jahr lang jede Woche eine Frage, die Antworten werden zum Buch. Remento (99 $ im ersten Jahr) setzt auf Sprachaufnahmen, versteht aber nur Englisch und Spanisch. Die Lebensgeschichte von Hermes 3000 führt stattdessen ein Gespräch: Ein KI-Interviewer hört zu und fragt nach, daraus entsteht das Gerüst des Buchs, das die Familie weiterschreibt – kostenlos bis zum Gerüst, das fertige Buch für 35 € (Weihnachtspreis bis 31.12.2026), gedruckt über BoD ab einem Exemplar. Ein Eintragbuch wie „Oma, erzähl mal!“ kostet 18 €, eine Biografin 790 bis 4.000 € und mehr. Alle Preise haben wir am 19. Oktober 2026 auf den Seiten der Anbieter geprüft.
Fast jede Familie kennt den Satz „Das hätten wir aufschreiben sollen.“ Wie Oma nach dem Krieg in die Lehre ging, wie Opa zum ersten Mal ein Auto gekauft hat, warum die Eltern in die Stadt gezogen sind. Ein Buch mit diesen Geschichten ist eines der persönlichsten Geschenke überhaupt. Die Frage ist nur: Wer schreibt es, und wie kommen die Erinnerungen aufs Papier?
Die Angebote dafür unterscheiden sich weniger im Preis als in der Art, wie der Text entsteht. Das entscheidet, ob am Ende ein Buch voller einzelner Antworten steht oder eine zusammenhängende Erzählung, und wie viel Arbeit bei der Familie bleibt.
Die Anbieter auf einen Blick
| Angebot | So entsteht der Text | Preis | Gedrucktes Buch | Auf Deutsch |
|---|---|---|---|---|
| Meminto | eine Frage pro Woche per App, E-Mail oder Anruf; Antwort gesprochen oder getippt | einmalig 99 € / 149 € / 397 € | inklusive, Hardcover; weitere ab 49 € | ja |
| StoryWorth | eine Frage pro Woche per E-Mail, Antworten meist geschrieben | 69 $ / 99 $ / 199 $ | inklusive, Hardcover; weitere 39–99 $ | nein, Oberfläche Englisch/Spanisch |
| Remento | eine Frage pro Woche, Antwort als Sprachaufnahme, KI macht daraus Text | 99 $ im ersten Jahr | inklusive, Hardcover; weitere 69–99 $ | nein, nur Englisch/Spanisch |
| Hermes 3000 Lebensgeschichte | Sprachgespräch mit einem KI-Interviewer, der nachfragt; daraus Kapitel und erste Seite, Weiterschreiben im Editor | Gespräch und Gerüst kostenlos, fertiges Buch 35 € (bis 31.12.2026) | Druck über BoD ab 1 Exemplar, separat bezahlt | ja |
| Eintragbuch („Oma, erzähl mal!“) | von Hand ausgefüllt | 18 € | es ist das Buch | ja |
| Biografin / Ghostwriter | persönliche Interviews, ein Mensch schreibt | 790 € bis 4.000 € und mehr | je nach Paket | ja |
Stand: 19. Oktober 2026, Preise inklusive der jeweiligen Steuer, wie auf den Seiten der Anbieter angegeben.
Meminto: eine Frage pro Woche, auf Deutsch
Meminto ist der naheliegende deutsche Anbieter. Die erzählende Person bekommt jede Woche eine Frage, per App, E-Mail oder auf Wunsch als Telefonanruf, und antwortet gesprochen oder getippt. Die Familie kann mitmachen, Fotos ergänzen und Fragen auswählen. Sprach- und Videoaufnahmen lassen sich per QR-Code ins Buch einbinden. Eine KI kann auf Wunsch Formulierungen glätten und Rückfragen vorschlagen.
Preis (Preisseite): einmalig, kein Abo. Essential 99 € (bis 100 Seiten), Complete 149 € (bis 300 Seiten), Premium 397 € (drei Bücher plus digitale Fassung), weitere Exemplare ab 49 €. Dazu kommen Zusatzleistungen wie mehr Seiten, mehr Zeit oder eine Geschenkbox; der Endpreis steigt damit schnell. Versand weltweit ab 8,99 €.
Gut für: Familien, die über Monate hinweg Frage für Frage sammeln wollen und ein fertiges Hardcover ohne eigenen Satz erwarten. Weniger gut: Jede Antwort steht für sich; aus vielen Antworten wird nicht von selbst eine zusammenhängende Erzählung.
StoryWorth: der Klassiker aus den USA
StoryWorth hat die Methode bekannt gemacht: ein Jahr lang wöchentlich eine Frage per E-Mail, am Ende ein Hardcover. Antworten werden meist geschrieben, in den höheren Paketen auch per Telefon aufgenommen und abgetippt; dort fragt ein „Magic Interview“ am Telefon auch nach.
Preis (Hilfeseite, Stand 10.09.2026): Basic 69 $ (Buch in Schwarz-Weiß), Color 99 $, Unlimited 199 $ (zwei Bücher, verlängert sich jährlich für 99 $). Weitere Exemplare 39 $ bis 99 $. Die Oberfläche gibt es nur auf Englisch und Spanisch; schreiben kann man in jeder Sprache. Gedruckt wird in den USA und in Europa, die Versandkosten nach Deutschland und in die Schweiz zeigt nur der Versandrechner, Zoll ist möglich.
Gut für: Familien, die auf Englisch kommunizieren. Weniger gut: Für Großeltern, die kein Englisch lesen, ist die Bedienung eine Hürde.
Remento: Sprachaufnahmen statt Schreiben
Remento dreht die Methode um: Auf die wöchentliche Frage antwortet man mit einer Sprachaufnahme, ohne App, und eine KI macht daraus wahlweise einen wörtlichen Text oder eine Erzählung in der Ich- oder Er-Form. Die Aufnahmen bleiben erhalten, lassen sich herunterladen und erscheinen als QR-Code im Buch.
Preis (FAQ): 99 $ im ersten Jahr mit einem Buch, weitere Exemplare 69 $ (bis 200 Seiten) oder 99 $ (bis 380 Seiten). Versand nach Deutschland und in die Schweiz 15 $ plus 10 $ je weiterem Buch (Versandseite), Lieferzeit laut FAQ rund 21 Werktage.
Gut für: Englischsprachige Erzähler, die lieber sprechen als schreiben. Weniger gut: Die Sprach-zu-Text-Funktion versteht nur Englisch und Spanisch; für eine deutschsprachige Oma ist Remento derzeit keine Option.
Hermes 3000 Lebensgeschichte: ein Gespräch statt eines Fragebogens
Die Lebensgeschichte von Hermes 3000 setzt nicht auf Fragen per Post, sondern auf das, was am Küchentisch ohnehin am besten funktioniert: ein Gespräch. Das Enkelkind bereitet in ein paar Minuten vor, wer erzählt, ob gesiezt oder geduzt wird und welche Stichpunkte der Interviewer kennen sollte. Dann erzählt Oma oder Opa einem KI-Interviewer, der zuhört, immer nur eine Frage stellt und nachhakt, wenn es spannend wird. Bis zu vier Gespräche à 20 Minuten sind möglich, wer lieber tippt, tippt.
Aus dem Gespräch entsteht ein Buch-Gerüst: Titelvorschlag, sechs bis zehn Kapitel in Lebensreihenfolge, zu jedem Kapitel drei Fragen fürs nächste Gespräch und eine erste Seite in der Ich-Form der erzählenden Person. Erfunden wird nichts: Wo das Gespräch schweigt, steht eine Frage statt einer Behauptung. Danach schreibt die Familie im Editor weiter, mit Diktat und KI-Hilfe beim Formulieren. Fotos steuert die ganze Familie über einen Link bei, und auf Wunsch bleibt die Stimme als Tonaufnahme erhalten, mit eigener Einwilligung. Wie das im Detail abläuft, steht in unserem Ratgeber zur Lebensgeschichte.
Preis: Gespräch und Buch-Gerüst kostenlos, das fertige Buch zum Weihnachtspreis von 35 € (bis 31.12.2026). Gesetzt wird druckfertig in Hermes, gedruckt über Books on Demand ab einem Exemplar, laut BoD ab 2,05 € pro Buch; den Druck bezahlst du direkt bei BoD.
Gut für: Familien, die eine zusammenhängende Erzählung wollen statt einzelner Antworten, und Großeltern, die lieber reden als schreiben, auch auf Deutsch. Weniger gut: Das Buch entsteht nicht von allein. Nach dem Gespräch schreibt jemand aus der Familie weiter, und Druck und Versand laufen als eigener Schritt über BoD statt als fertiges Paket.
Dieselbe Mechanik gibt es übrigens auch für ein anderes Familienmitglied: Mit der Fahrzeuggeschichte erzählt der Besitzer das Leben seines Oldtimers.
Das Eintragbuch: „Oma, erzähl mal!“
Der günstigste Weg ist ein Buch zum Ausfüllen wie Elma van Vliets „Oma, erzähl mal!“ bzw. „Opa, erzähl mal!“ (Hardcover, 144 Seiten, 18 €). Die Fragen stehen vorgedruckt, die Antworten kommen in der eigenen Handschrift dazu, und genau das macht den Reiz aus.
Gut für: Großeltern, die gern schreiben, und als kleines Geschenk. Weniger gut: Es gibt nur ein Exemplar, keine Fotos der Familie, und wer nicht gern schreibt, lässt viele Seiten leer.
Die Biografin oder der Ghostwriter
Professionelle Biografinnen führen die Interviews persönlich und schreiben das Buch selbst. Zwei Beispiele für Preise: Lebenslinien nennt 790 € für 10–12 Seiten aus zwei Stunden Gespräch, 2.500 € für mindestens 30 Seiten und 4.000 € für mindestens 60 Seiten. Bei ErinnerungsWerk kostet das Paket „Silber“ 3.500 € für bis zu 50 A4-Seiten aus vier Stunden Interview; gedruckte Exemplare kommen dazu.
Gut für: Familien, die ein professionell geschriebenes Buch wollen und dafür Budget und Vorlauf haben. Weniger gut: Ein Vielfaches eines Weihnachtsgeschenks, und für dieses Jahr wird es mit einer Biografie zeitlich eng.
Zum reinen Aufnehmen ohne Buch gibt es außerdem die kostenlose StoryCorps-App: ein Interview selbst aufzeichnen und im Archiv von StoryCorps hinterlegen.
Was passt zu wem?
- Oma oder Opa erzählt lieber, als zu schreiben, und ihr wollt eine zusammenhängende Geschichte: Gespräch mit dem KI-Interviewer (Lebensgeschichte), danach gemeinsam weiterschreiben.
- Ihr wollt über Monate sammeln und am Ende ein fertiges Hardcover ohne eigene Arbeit am Satz: Meminto, auf Englisch auch StoryWorth.
- Die erzählende Person spricht Englisch und will nur sprechen: Remento.
- Klein, persönlich, handgeschrieben: das Eintragbuch.
- Professionell geschrieben, Budget vorhanden, kein Termindruck: eine Biografin.
Geht das noch bis Weihnachten?
Mit Fragen-Diensten wird es knapp: Sie sind auf ein Jahr mit einer Frage pro Woche angelegt. Wer im Oktober startet, verschenkt meist den Zugang und nicht das fertige Buch. Feste Bestellschlüsse für Weihnachten haben weder StoryWorth noch Meminto veröffentlicht; Meminto nennt 8–14 Tage nach der Druckfreigabe als Orientierung, Remento rund 21 Werktage Versand.
Mit einem Gespräch geht es schneller, weil das Gerüst schon nach dem ersten Termin steht. Für den Druck bei BoD nennt BoD drei bis acht Werktage für Paperbacks und acht bis zehn für Hardcover, vor Weihnachten länger. Wer das Buch unter dem Baum haben will, sollte die Druckdatei bis Ende November hochladen: Gespräche im Oktober, Schreiben im November.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet es, die Lebensgeschichte als Buch drucken zu lassen?
Je nach Weg zwischen 18 € für ein Eintragbuch und mehreren tausend Euro für eine Biografin. Fragen-Dienste kosten einmalig 99 bis 397 € (Meminto) bzw. 69 bis 199 $ (StoryWorth), jeweils mit einem gedruckten Buch. Bei Hermes 3000 sind Gespräch und Gerüst kostenlos, das fertige Buch kostet 35 € (Weihnachtspreis bis 31.12.2026), der Druck bei BoD ab 2,05 € pro Exemplar kommt dazu. Stand: Oktober 2026.
Gibt es StoryWorth auf Deutsch?
Nein. Die Oberfläche von StoryWorth gibt es auf Englisch und Spanisch; Antworten lassen sich in jeder Sprache schreiben und drucken. Ein deutschsprachiger Anbieter mit derselben Fragen-Methode ist Meminto.
Was ist der Unterschied zwischen Meminto und Hermes 3000?
Meminto schickt eine Frage pro Woche, die Antworten werden zum Buch, gedruckt und geliefert. Hermes 3000 führt ein Gespräch mit einem KI-Interviewer, der nachfragt; daraus entstehen Kapitel und eine erste Seite, die die Familie im Editor weiterschreibt, gedruckt wird über BoD.
Muss Oma oder Opa mit dem Computer umgehen können?
Nein. Bei Hermes 3000 wird erzählt, nicht getippt; das Enkelkind bereitet vor und stellt das Handy oder den Laptop auf den Tisch. Bei Meminto kann die nächste Frage als Telefonanruf kommen.
Kann die Stimme im Buch erhalten bleiben?
Ja, bei mehreren Anbietern. Meminto und Remento binden Aufnahmen per QR-Code ins Buch ein. Bei Hermes 3000 bleibt das Gespräch auf Wunsch als Tonaufnahme erhalten, mit eigener Einwilligung, und lässt sich anhören und herunterladen.
Schafft man das noch bis Weihnachten?
Mit einem Gespräch ja, wenn die Druckdatei bis Ende November bei BoD liegt. Fragen-Dienste sind auf ein Jahr angelegt; dort verschenkt man vor Weihnachten meist den Zugang.