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Darf ich ein Buch mit KI bei Amazon verkaufen? Was KDP wirklich verlangt

Die kurze Antwort: Ja. Amazon erlaubt Bücher, bei deren Entstehung KI im Spiel war. Kindle Direct Publishing (KDP) verlangt nur eines: Wenn Inhalte deines Buches von einer KI erzeugt wurden, musst du das beim Hochladen angeben. Hast du selbst geschrieben und die KI nur zum Verbessern genutzt, musst du gar nichts angeben.

Der ganze Rest dieses Artikels dreht sich um diese eine Unterscheidung. Denn sie entscheidet, welches Häkchen du bei KDP setzt, und sie ist genauer, als die meisten denken.

Was Amazon genau verlangt

In den KDP-Inhaltsrichtlinien unterscheidet Amazon zwei Arten, KI zu nutzen:

KI-generiert sind nach Amazons Definition Texte, Bilder oder Übersetzungen, die von einem KI-Werkzeug erstellt wurden. Das gilt ausdrücklich auch dann, wenn du sie danach umfangreich bearbeitet hast. Wer KI-generierte Inhalte veröffentlicht, muss das bei der Veröffentlichung eines neuen Buches angeben, und ebenso, wenn ein bestehendes Buch bearbeitet und neu veröffentlicht wird.

KI-unterstützt ist dein Buch, wenn du die Inhalte selbst geschaffen hast und KI-Werkzeuge nur benutzt hast, um sie zu bearbeiten, zu verfeinern, auf Fehler zu prüfen oder anderweitig zu verbessern. Das musst du Amazon nicht mitteilen.

Zwei Dinge folgen daraus, die oft übersehen werden:

  • Überarbeiten macht KI-Text nicht zu deinem. Ein Kapitel, das die KI geschrieben hat, bleibt für Amazon KI-generiert, auch wenn du danach jeden zweiten Satz umgestellt hast.
  • Die Angabe gilt für Text, Bilder und Übersetzungen getrennt. Ein selbst geschriebener Roman mit einem KI-generierten Cover ist beim Cover KI-generiert. Eine KI-Übersetzung deines eigenen Buches ist eine KI-generierte Übersetzung.

Was das beim Schreiben mit Hermes 3000 bedeutet

Hermes ist so gebaut, dass du selbst schreibst und die KI dir hilft. Wie viel sie übernimmt, entscheidest du. Genau davon hängt ab, was du bei KDP angibst:

Was du mit Hermes machstEinordnung bei KDP
Du schreibst selbst, die KI gibt Feedback zu Kapitel, Stil oder SpannungKI-unterstützt, keine Angabe nötig
Rechtschreibung, Formulierungsvorschläge für deinen eigenen Text, Kürzen und GlättenKI-unterstützt, keine Angabe nötig
Figuren, Orte und Handlung im Blick behalten, Konsistenz prüfen, QualitätsanalyseKI-unterstützt, keine Angabe nötig
Du diktierst und die Spracherkennung schreibt mitdein eigener Text
Die KI schreibt Absätze oder Kapitel, die du übernimmst, auch wenn du sie danach überarbeitestKI-generiert, angeben
KI-Übersetzung deines Buches in eine andere SpracheKI-generiert (Übersetzung), angeben
KI-generiertes Cover oder KI-IllustrationenKI-generiert (Bilder), angeben

Die meisten Autorinnen und Autoren, die mit Hermes arbeiten, schreiben ihre Kapitel selbst und nutzen die KI als Gegenüber. Für sie ist die Antwort einfach: kein Häkchen. Wer sich an einzelnen Stellen Text schreiben lässt, muss das angeben. Das ist kein Makel, sondern schlicht die Regel.

Woher du weißt, was von wem stammt

Nach ein paar Monaten Arbeit an einem Manuskript weiß niemand mehr aus dem Gedächtnis, welcher Absatz selbst getippt, welcher diktiert und welcher von der KI vorgeschlagen und dann umgeschrieben wurde. Genau dafür gibt es in Hermes den Herkunftsnachweis.

Hermes rät nicht im Nachhinein, sondern hält beim Schreiben fest, woher Text kommt: ob du ihn getippt oder diktiert hast, ob er von der KI erzeugt wurde und wie stark du ihn danach überarbeitet hast. So siehst du vor dem Upload, ob und wo dein Buch KI-generierte Passagen enthält, und kannst die Frage bei KDP ehrlich beantworten, statt zu schätzen. Wie das funktioniert, beschreiben wir ausführlich in Herkunfts-Nachweis statt Water-Marking.

Und das Urheberrecht?

Die KDP-Angabe ist eine Frage an Amazon. Davon getrennt ist die Frage, ob dein Text urheberrechtlich geschützt ist. In Deutschland schützt das Urheberrecht nach § 2 Abs. 2 UrhG nur persönliche geistige Schöpfungen, also Werke von Menschen. Rein maschinell erzeugter Text genießt nach herrschender Meinung keinen Schutz. Was du selbst geschrieben hast, ist geschützt, und daran ändert es nichts, dass eine KI dir Feedback gegeben oder Rechtschreibfehler angestrichen hat.

Auch hier hilft es, zu wissen und belegen zu können, was von dir stammt. Die Rechtslage entwickelt sich weiter. Wenn viel davon abhängt, frag eine Anwältin oder einen Anwalt.

Gilt jetzt nicht die KI-Kennzeichnungspflicht?

Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten der europäischen KI-Verordnung (Art. 50). Eine allgemeine Pflicht, jedes mit KI-Unterstützung entstandene Buch zu kennzeichnen, folgt daraus nicht. Der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels fasst es so zusammen: Nicht jeder Einsatz von KI muss als solcher gekennzeichnet werden; entscheidend sind die konkrete Anwendung und die Voraussetzungen des Art. 50.

Und bei anderen Plattformen?

Jede Plattform hat ihre eigenen Regeln. BoD etwa empfiehlt in einer Pressemitteilung vom März 2026 eine freiwillige Kennzeichnung, wenn KI an der Entstehung eines Buches beteiligt war, und beantwortet die Frage in seiner Hilfe für Autorinnen und Autoren. Lies vor dem Upload die aktuellen Richtlinien der Plattform, bei der du veröffentlichst.

Checkliste vor dem Upload bei KDP

  1. Herkunftsnachweis öffnen und nachsehen, ob dein Text KI-generierte Passagen enthält.
  2. Cover und Illustrationen getrennt betrachten: Sind sie mit einem Bildgenerator entstanden?
  3. Übersetzung? Ist das Buch eine KI-Übersetzung, ist das eine eigene Angabe.
  4. Im KDP-Formular die Frage nach KI-generierten Inhalten für Text, Bilder und Übersetzung einzeln beantworten.
  5. Bei jeder Neuveröffentlichung einer bearbeiteten Fassung die Angaben erneut prüfen.

Stand: 23. September 2026. Dieser Artikel fasst die öffentlichen Richtlinien von Amazon KDP zusammen und ist keine Rechtsberatung. Amazon kann seine Regeln ändern; maßgeblich ist die aktuelle Fassung der KDP-Inhaltsrichtlinien.